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Der Zeitglockenturm und sein astronomisches Werk 1
© Maja Kaeser/Uhrmacherschule Solothurn


Ausgefallene Turmuhren in Bern und Solothurn
Entwurf - Unter Vorbehalt einer Genehmigung der Autoren
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Anmerkung:
Der vorliegende Artikel "Der Zeitglockenturm und sein astronomisches Werk" ist im Rahmen der Ausbildung an der Uhrmacherschule Solothurn (auch Zeit-Zentrum genannt) entstanden und beinhaltet Untersuchungen zum Uhrwerk des weltberühmten 'Zytglogge' in Berns Altstadt und über den gleichnamigen Turm und dessen Uhrwerk in Solothurn. Geschrieben hat ihn Maja Kaeser, die 1998 erfolgreich abgeschlossen hat.

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Die Uhr im Zytglogge-Turm Bern

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Der Zytglogge-Turm wurde im frühen 13. Jahrhundert als Stadttor gebaut.  Der historische Uhrenturm ist einer von Berns berühmtesten Wahrzeichen und ist für die Besuchern geöffnet. Die faszinierende Eigenschaften schließen das Figuren-Spiel und die astronomischen Uhr mit ein, die in 1530 gebaut wurde.

 

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Geschichtlicher Rückblick

Um die Wende des 13. und 14. Jahrhunderts mussten die Nachtwachen verstärkt werden. Es wurde daher zum allgemeinen Interesse, eine unveränderliche Zeiteinteilung zu haben. Bis anhin wurde die Zeit an Sand- und Wasseruhren abgelesen. Es erforderte zuverlässige Wächter die die Uhren immer drehten, wenn sie abgelaufen waren. Zusätzlich nahmen auch die Wettereinflüsse wie Hitze und Kälte dieser Zeitmessung ihre Genauigkeit. Es bedurfte also einer neuen Art, die Zeit zu Bestimmen. Es wurden die ersten Turmuhren gebaut.

Auch Solothurn erhielt im Jahre 1454 eine öffentliche Uhr mit einem astronomischen Uhr einem Gehwerk, einem Stunden- und Viertelstundenschlagwerk. Glockenschläger. Dem Wächter des Zeitglockenturms stand zur Verkündung der Stunden keine mechanische Uhr zur Verfügung sondern er las die Zeit an einer Sonnenuhr ab. Diese Horizontalsonnenuhr, die sich auf der Südseite des Turmes befindet, bestimmte also die Uhrzeit in Solothurn. Da sich die Erde nicht mit gleichförmiger Geschwindigkeit um die Sonne dreht, entsteht zwischen der Wirklichen Sonnenzeit und einer richtiggehenden Uhr ein Unterschied.

 

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Der Zytglogge-Tum in Bern
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Astronomische Uhr in Bern
Aber auch die Turmuhr selbst hat nicht einen beständigen Gang. Zusammen mit der mechanischen Unvollkommenheit und den Witterungseinflüssen war es zeitweise erforderlich die Turmuhr wöchentlich zu richten.

Im Jahr 1543 bot sich der Uhrmacher Lorenz Liechti aus Winterthur an, anstelle der alten eine neue Turmuhr zu bauen. Im Dezember 1543 fand eine Besprechung statt, zwischen dem Rat der Stadt und Lorenz Liechti. Sie verfassten einen Vertrag, die Beyelschrift, den Liechti einging. Innert Jahresfrist, musste er also eine Turmuhr bauen mit Gehwerk, Stundenschlagwerk und Viertelstundenschlagwerk. Zudem verlangte die Stadt ein gewöhnliches Stundenzifferblatt und ein Astronomisches.

Liechti baute das neue Werk nicht ein. Die Beyelschrift schrieb vor, dass alle Kosten die entstehen dem Uhrmacher zufallen. Der Rat also von Solothurn überwies die Aufgabe nun der Witwe Liechtis. So beauftragte sie ihren Sohn und den Uhrmacher von Schaffhausen nach Solothurn zu gehen und die Uhr aufzurichten. Der Uhrmacher Habrecht von Schaffhausen verbesserte die Mechanik der Uhr. Ende 1545 richtete dieser die Uhr mit dem Figurenspiel definitiv auf.

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Das Uhrwerk

Das Uhrwerk steht auf einer hölzernen Konsole von 48 cm Höhe, 1,98 m Länge und 1.30 m Tiefe. Es handelt sich um eine grosse Hand geschmiedete Turmuhr mit gotischer Verzierung und dekorativen Radspeichen an der grossen Schlossscheibe.Der Aufzug erfolgt durch einen Steckschlüssel. Die Masse der Turmuhr betragen 1.63m auf 1.10m bei einer Höhe von 1.82m.

Das Gehwerk setzt sich aus drei Rädern zusammen, dem Walzenrad mit 98 Zähnen dem Zwischenrad mit 60 Zähnen und dem Ankerrad mit 26 Zähnen.

 

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Die Hemmung

Die Hemmung zeigt eine bemerkenswerte Bauart nach Chevallier de Bethume. Alle Zähne des Steigrades sind einzeln gehärtet und mit Stiften eingesetzt. Die Ankerpaletten befinden sich an zwei parallel laufenden Wellen, die mit Gegengewicht funktionieren. Die Hemmung des ,,Zytglogge" ist eine rückführende Hemmung die Nikolaus Pfluger 1755 anstatt der vorherigen Waaghemmung einbaute.

Der Name Nikolaus Pfluger ist auf dem Ankerrad eingraviert. Er betreute die Uhr 30 Jahre lang, von 1739 bis 1769.

 

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Das Pendel

Das Pendel ist rechterhand des Uhrwerkes an der Decke befestigt, und hat eine Länge von 4.17 Meter. Es geht durch eine Oeffnung im Boden und schwingt im Pendelschrank ein Stock tiefer weiter. Die Pendellinse besteht aus drei Teilen aus Blei und wiegt insgesamt 78 Kilogramm. Die Pendelaufhängung erfolgt durch eine Schneide. Die Pendelführung ist direkt hinter der Eingangspalette der Hemmung, auf der selben Welle wie die Palette befestigt und kann anhand einer Klemmschraube an der Pendelstange verstellt werden. Dadurch kann der Auslöseweg der Hemmung reguliert werden. Die Schwingungsweite des Pendels beträgt 11 Grad.

 

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Der Gewichtsaufzug

Der Gewichtsaufzug erfolgt über eine Kurbel die auf einen Vierkant gesteckt wird. Auf der Welle, deren Ende der Vierkant bildet, ist ein verschiebbares Hohltrieb. Dieses Aufzugstrieb greift in das Kronrad der Walze ein. Auf der Walze ist das 8mm starke Gewichtszugseil aus Hanf aufgewickelt. Das Zuggewicht ist ein 30 Kilogramm schwerer Zylinderförmiger Kalkstein. Das Gewicht hängt an einem Flaschenzug und hat eine Fallhöhe von 13,20m, das erlaubt eine Gangdauer von 30 Stunden. Ganz abgelaufen, braucht es 135 Kurbeldrehungen bis zum Vollaufzug. Um während dem Aufzug ein Stillstand des Gehwerkes zu vermeiden, kann ein Hebel ins Walzenrad geschoben werden. Mit Hilfe des auf der anderen Seite befestigten Zuggewichts vermag der Hebel das Walzenrad in Bewegung zu halten. Im Walzenrad befinden sich zwei Klinkenräder die zur Positionierung nach dem Aufzug gedacht sind.

 

 

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Das Viertelstundenschlagwerk

Es schliesst an das Gehwerk an. Das Viertelschlagwek schlägt den ersten Viertel mit einem Schlag, den Zweiten mit zwei, den Dritten mit drei und den Vierten mit vier Schlägen. Das ergibt 120 Schläge in zwölf Stunden. Da das Viertelschlagwerk mehr Arbeit zu verrichten hat, ist auch sein Gewicht höher, ganze 102 Kilo Kalkstein treiben es an. Wird das Schlagwerk ausgelöst, wird der Schlag über Zughebel, Drähte und eine Wechselwelle zum Hammerwerk geleitet. Der Schlaghammer wird gehoben, wenn der Hebearm des Schlaghammers von der Heberolle des Walzenrades abfällt. Durch diese Bewegung und sein Gewicht von 15 Kilo gibt der Schlaghammer die Schläge auf die Glocke ab. Das Hammerwerk wurde 1890 von Fr. KuIh erneuert.

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Das Stundenschlagwerk

Es schliesst an das Viertelschlagwerk an. Das Stundenschlagwerk hat die grösste Arbeit zu verrichten. Wegen dem hohen Hammergewicht und der Bewegung des Oberkörpers des Glockenschlägers bei jedem einzelnen Schlag braucht es auch ein Zuggewicht von 129 Kilo. Das Stundenschlagwerk besitzt einen grossen Windflügel zur Verzögerung des Schlages. Die Schlossscheibe mit ihren 78 Zähnen dreht sich einmal in 12 Stunden. Die Auslösung des Stundenschlagwerkes erfolgt über das Viertelschlagwerk. Der Schlag wird über zwei Wellen und Hebel zur Schlossscheibe geführt und dort ausgelöst. Der Windfang dreht und der Schlag wird auf die Glocke abgegeben. Bei einem Schlag fällt eine Nase in die Schlossscheibe, sind es mehrere wird das stoppen des Schlagwerkes verzögert und die Nase fällt erst nach entsprechender Schlagzahl in die Schlossscheibe und stoppt das Werk. Die Stunden werden vim Glockenschläger auf die Glocke abgegeben. Er wurde gleichzeitig mit dem Turm erbaut. Seine Rüstung wurde beim errichten der Automatengruppe erneuert. Der Schlaghammer wiegt 25 Kilogramm.

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